12. Juli 2009
Es waren einmal zwei Historiker, die sich mit der Geschichte des Deutschen Kaiserreichs auseinandersetzten. Als sie an ihrem umfangreichen Werk saßen, erschien beiden die Historikerfee Klio. Die gute Fee gewährte den fleißigen Historikern einen Wunsch. Der eine wünschte sich einem Adler gleich über das Deutsche Reich zu fliegen. Er wollte sich die gesellschaftliche Strukturen und Bewegungen des Kaisereichs von hoch oben aus der Vogelperspektive anschauen. Der andere hingegen wollte in eine Fliege verwandelt werden, die durch Schlüssellöcher in die verschlossenen Kammern am kaiserlichen Hofe gelangen konnte, um den Gesprächen des Kaisers und seiner Entourage zu lauschen. Nachdem nun ihre Wünsche in Erfüllung gegangen waren und jeder seine Beobachtungen gemacht hatte, stellten beide Historiker mit Erstaunen fest, dass sie jeweils etwas völlig Unterschiedliches gesehen hatten. Der eine sah aus seiner abgehobenen Perspektive ein Kaiserreich ohne Kaiser, der andere sah innerhalb der herrschaftlichen Räume nur den Kaiser und seine Hofgesellschaft, aber die übrigen Menschen und die vielschichtige Gesellschaft des Kaisereiches sah er nicht. Sie glaubten einander nicht und fingen an, sich um die Wahrheit zu streiten. Beide suchten und fanden Mitstreiter unter ihren Historikerkollegen, die sich auch gerne am Streit beteiligten. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann streiten sie noch heute.
Peter Rose, 02.07.2009
enstanden im Tutorium Schreibwerkstatt zum Seminar
„Einführung II – Deutsches Kaiserreich“, Historisches Seminar, Universität Hamburg.
Aufgabe: Stellen Sie Ihr Hausarbeitsthema kurz und knapp als Märchen dar.
Mein Thema der zu erstellenden Hausarbeit:
Die unterschiedlichen Bewertungen Wilhelms II.
von John C.G. Röhl und Hans-Ulrich Wehler.
Kritische Diskussion der kontroversen Positionen
16. Februar 2009
… „just in time“ habe ich meine Reflexion zum ABK-Kurs web 2.0 an Tatjana Timoschenko gesendet. Es war gut, das Seminar noch einmal Revue passieren zu lassen, denn so wurde mir noch einmal bewusst, dass ich einiges gelernt habe.
Ich wünsche Euch allen eine schöne vorlesungsfreie Zeit!
25. Januar 2009
In der Fragerunde nach meinem Vortrag über die Wohnverhältnisse während der Urbanisierung im Deutschen Kaiserreich wurden einige interessante Fragen gestellt. Besonders folgende Frage habe ich mir auch schon bei der Ausarbeitung meines Referates gestellt:
„Welchen Einfluss hatten die elenden Wohnverhältnisse in den Großstädten des Kaiserreichs auf die Kriegs-begeisterung junger Menschen beim Ausbruch des 1. Weltkriegs?“
Leider habe ich während meiner Literaturrecherchen keinerlei Antworten gefunden. Falls jemand etwas darüber findet, wäre ich für entsprechende Literaturhinweise sehr dankbar!
25. Januar 2009
Asmus, Gesine: Hinterhof, Keller und Mansarde, Einblicke in Berliner Wohnungselend 1901-1920, Reinbek, 1982.
Südekum, Albert: Großstädtisches Wohnungselend, in: Im Sittenspiegel der Großstadt, Gesammelte Großstadt-Dokumente, hg. v. Hans Ostwald, Berlin, Leipzig, 1908.
Ullrich, Volker: Die nervöse Großmacht 1871-1918, Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs, Frankfurt a. M., 1997, S. 135-142.
Vögele, Jörg: Sozialgeschichte städtischer Gesundheitsverhältnisse während der Urbanisierung, Berlin, 2001.
10. Januar 2009
Ich werde am 21.01.2009 im Rahmen des Kurses ABK web 2.0 ein Referat zu folgendem Thema halten:
Mietskasernen in Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Wohnverhältnisse von Unterschichtsfamilien während der Urbanisierung.

Wohnung in der der Thaerstr. 4 in Berlin, 1903.
In der kleinen, feuchten, dunklen und schmutzigen Stube, welche voller Möbel steht, kann man sich kaum bewegen.
Bildquelle: Gesine Asmus (Hrsg.): Hinterhof, Keller und Mansarde. Einblicke in Berliner Wohnungselend 1901–1920. Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Unbekannter Fotograf der Firma Heinrich Lichte und Co.
9. Dezember 2008
Mister Wong (www.mr-wong.de) ist ein Social Bookmarking Netzwerk. Social Bookmarks sind Internet-Lesezeichen aus verschiedenen Gebieten, die von verschiedenen Benutzern durch gemeinschaftliches Indizieren erschlossen und katalogisiert werden. Das Anmelden ist schnell und problemlos möglich, außer einer gültigen E-Mail Adresse und eines frei wählbaren Benutzernamen und Passwort keine weiteren Daten für die Freischaltung nötig. Nach der Anmeldung kann man ein Browser-Plugin von Mister-Wong installieren, welches das Hinterlegen von Bookmarks vereinfacht. Durch die Eingabe von Suchbegriffen erhält der User durch Tags (Schlagworte) zugeordnete Websites. Desweiteren gibt es die Möglichkeit, Gruppen unterschiedlicher Interessensgebiete zu besuchen und mit anderen Mitgliedern zu kommunizieren. Es ist auch möglich, eine neue Gruppe zu erstellen und dort gemeinsam mit anderen Interessierten passende Website und Links zu sammeln. Über den Button „Buddy“ kann man innerhalb Mr-Wong eigene Netzwerke aufbauen und mit den Buddys kommunizieren.
Nutzen von Mr Wong: Man kann zu einem Themenkomplex recht schnell interessante Websites und Links herausfinden – allerdings zu speziellen Themen nicht immer sehr umfassend – hier ist nach wie vor eigene Recherche notwendig.
2. Dezember 2008
Web 2.0 Anwendungen sind meiner Meinung nach etwas Neues gegenüber den herkömmlichen, weitgehend statischen Websites, wie sie bis vor ca. 4-5 Jahren im Internet vorherrschend waren. Die technologische Entwicklung und die damit verbundenen Geschwindigkeitssteigerungen bei den Internetzugängen (damals Modem ca. 48 kbit/s, heute DSL ca. 5Mbit/s = Faktor 100) als auch die Weiterentwicklungen bei den Speichermedien im Webserverbereich haben dazu geführt, dass heute von jedem Internet-Benutzer komplexe Datenbankabfragen auf einem Webserver mit einem schnellen Antwortverhalten durchgeführt werden können.
Es hat sich auf Grund dieser neuen technischen Möglichkeiten eine Vielzahl von kommerziellen Anwendungen und sozialen Netzwerken im Internet etabliert. Der Vernetzungsgrad der User hat stark zugenommen und Informationen jeglicher Art können über die entsprechenden Portale relativ problemlos gefunden und mit anderen ausgetauscht und diskutiert werden.
Die komfortable Suche in Online-Datenbanken bietet für den Historiker neue Möglichkeiten zur Quellen- und Literaturrecherche. Er kann auch problemlos mit anderen Historikern weltweit online in Verbindung treten und Meinungen austauschen.
Bei der Internetrecherche sollte der User – und insbesondere der Historiker – die im Web gefundenen Informationen immer kritisch hinterfragen: Wer hat warum die gefundene Information im Netz bereit gestellt? Gibt es ein wirtschaftliches oder ein politisches Interesse? Bei allem Komfort der webbasierten Informationssuche sollte der Historiker aber auch die herkömmlichen Bibliotheken und Archive im Fokus behalten, denn hier werden die Bücher und Archivare von Fachleuten systematisch archiviert und verschlagwortet.
Ich meine, ein gesunder Mix aus beiden Welten – die in Zukunft immer mehr verschmelzen werden - ist hier die richtige Wahl.